Ein Technik-Rider ist das Dokument, in dem ein Künstler oder eine Band festlegt, welche Ton-, Licht-, Bühnen- und Equipmentbedingungen für den Auftritt nötig sind. Für Veranstalter ist er die technische Anlage zum Vertrag: Er regelt, was gestellt werden muss, von wem und welche Punkte nicht verhandelbar sind. Wenn Sie einen Künstler in die Türkei holen oder eine Show in einem Resort an der Küste von Antalya buchen, ist das richtige Lesen des Riders der schnellste Weg, Überraschungen am Showtag zu vermeiden. Dieser Leitfaden geht die Abschnitte eines Riders durch, erklärt Input-Liste und Stage Plot und grenzt Backline von Hospitality ab.
Technik-Rider und Hospitality-Rider
Künstlerteams schicken meist zwei Dokumente, die gern verwechselt werden:
- Technik-Rider: Beschallung, Mischpulte, Monitoring, Mikrofone, Licht, Bühnengröße, Strom, Backline und technisches Personal. Das ist das Arbeitsdokument für Ihren Technikdienstleister.
- Hospitality-Rider: Garderoben, Catering, Getränke, Unterkunft, Transfers, Handtücher und Wasser. Darum kümmern sich in der Regel Veranstalter oder Location.
Wer beide von Anfang an trennt, vermeidet Unklarheiten im Budget. Der Technik-Rider geht an den Produktionsdienstleister, der Hospitality-Rider an Ihr Event- und Location-Team.
Manche Künstler schicken beides in einer Datei. Teilen Sie sie dann in Abschnitte auf und benennen Sie für jeden einen Verantwortlichen, damit in der letzten Woche niemand fragt, wer das eigentlich stellen sollte.
Die wichtigsten Abschnitte eines Technik-Riders
Die Formate unterscheiden sich, doch die meisten Rider bestehen aus denselben Bausteinen:
- Kontakte: Produktionsleitung, FOH-Techniker, Monitortechniker und Lichtdesigner.
- Beschallung: bevorzugte Lautsprecherhersteller, Anforderungen an die Abdeckung und Ziel-Schalldruckpegel.
- FOH- und Monitorpult: akzeptierte Mischpulte wie Yamaha CL5, DiGiCo oder Modelle von Allen & Heath.
- Input-Liste: Quellen und Mikrofone Kanal für Kanal.
- Monitoring: Anzahl der Wedges, In-Ear-Systeme und Monitorwege.
- Stage Plot: die Aufstellungsskizze der Bühne.
- Backline: Schlagzeug, Verstärker, Keyboards und Ständer.
- Licht: Lichtplot, bevorzugtes Lichtpult wie grandMA2 oder Avolites sowie Spezialeffekte.
- Strom, Bühnengröße und Zeitplan: Stromversorgung, Mindestmaße der Bühne und Dauer des Soundchecks.
So lesen Sie eine Input-Liste
Die Input-Liste zeigt, wie jede Schallquelle auf der Bühne am Mischpult ankommt. Eine typische Liste sieht so aus:
| Kanal | Quelle | Mikrofon / DI | Stativ | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Kick In | Dynamisches Bassdrum-Mikrofon | Keins | In der Trommel |
| 2 | Snare Top | Shure SM57 oder gleichwertig | Kurzer Galgen | |
| 9 | E-Bass | DI-Box | Keins | Aktive DI |
| 15 | Keys L/R | Stereo-DI | Keins | |
| 20 | Leadgesang | Funk-Handmikrofon | Gerades Stativ | Ersatzmikrofon erforderlich |
Prüfen Sie drei Dinge: ob die Gesamtzahl der Kanäle zum Mischpult passt, ob die gelisteten Mikrofone oder akzeptierte Alternativen vor Ort verfügbar sind und wie viele Funkstrecken benötigt werden. Funkmikrofone und In-Ear-Monitoring brauchen eine Frequenzkoordination, besonders in Resortgegenden und auf Festivalgeländen, wo mehrere Veranstaltungen gleichzeitig laufen.
Monitor- und Lichtabschnitt nicht überspringen
Der Monitorabschnitt legt fest, wie viele Monitorwege nötig sind, ob Wedges stereo oder mono gefahren werden und ob die Band eigene In-Ear-Systeme mitbringt. Mit wachsender Zahl an Wegen können ein separates Monitorpult und ein eigener Monitortechniker nötig werden. Im Lichtabschnitt prüfen Sie, ob der Künstler mit eigenem Lichtoperator und vorprogrammiertem Showfile reist und welche Pulte akzeptiert werden. Verbreitete Pulte wie die grandMA2 erleichtern das. Wünsche nach Haze, Nebel oder Spezialeffekten sollten mit den Regeln der Location abgeglichen werden.
Zeitplan und Crew
Auf den letzten Seiten eines Riders stehen meist Ankunftszeit des Künstlerteams, Dauer von Aufbau und Soundcheck, Auftrittszeit und Showlänge. Daraus erstellt Ihr Technikdienstleister seinen eigenen Aufbauplan und die Crew-Einteilung. Wichtig ist auch, ob der Künstler eigene Ton- und Lichttechniker mitbringt. Falls nicht, übernimmt lokales Personal diese Rollen, und das muss entsprechend eingeplant werden.
Stage Plot: die Landkarte der Bühne
Der Stage Plot zeigt, wo Musiker, Instrumente, Monitore, Podeste und Stromanschlüsse stehen. Für Veranstalter beantwortet er praktische Fragen: Ist die Bühne groß genug? Braucht es Podeste für Schlagzeug und Keyboard? Wie viele Wedges stehen an der Bühnenkante? Wo wird Strom benötigt?
Wer den Stage Plot mit den tatsächlichen Bühnenmaßen abgleicht, erlebt am Aufbautag keine Überraschungen. Bei Festivals mit mehreren Acts auf einer Bühne werden auch die Umbauzeiten anhand dieser Zeichnungen geplant. Wie die Bühnenmaße die Kosten beeinflussen, lesen Sie in unserem Beitrag Bühne mieten in der Türkei: Was die Kosten bestimmt.
Backline: Wer bringt was mit?
Zur Backline gehören Instrumente und Equipment auf der Bühne: Schlagzeug, Gitarren- und Bassverstärker, Keyboards, Ständer und DJ-Equipment. Der Rider sollte klar sagen, ob der Künstler sie mitbringt oder vor Ort gestellt haben möchte. Internationale Acts, die nach Istanbul oder Antalya fliegen, fordern häufig lokale Backline an. Dann müssen Marken- und Modellwünsche sowie akzeptable Alternativen vorab bestätigt werden.
Was Veranstalter prüfen sollten
Den Rider zu lesen reicht nicht, Sie müssen auch sicherstellen, dass er umsetzbar ist:
- Geben Sie den Rider vor Vertragsunterzeichnung an Ihren Technikdienstleister und markieren Sie alles, was nicht erfüllt werden kann.
- Wo im Rider „oder gleichwertig“ steht, lassen Sie sich die vorgeschlagenen Alternativen schriftlich freigeben.
- Stimmen Sie Soundcheck-Zeiten, Umbauten und Lärmgrenzen der Location in einem gemeinsamen Zeitplan ab.
- Gleichen Sie den Strombedarf mit der Versorgung der Location oder der Leistung des Aggregats ab.
- Achten Sie auf Selbstverständlichkeiten, die der Rider vergisst, etwa Ersatzmikrofone, Intercom oder Arbeitslicht.
Bei Open-Air-Shows gehören auch Wetter, Aggregate und Untergrund in die Planung, am besten in einer eigenen technischen Checkliste.
Wir prüfen Ihren Rider
BernStage prüft Künstler-Rider in den Bereichen Ton, Licht, Bühne und LED und schickt Ihnen eine klare Machbarkeitseinschätzung, bevor die Show bestätigt wird. Mehr dazu auf unserer Seite zur Konzertproduktion in der Türkei. Senden Sie uns anschließend Rider und Eckdaten der Veranstaltung. Angebot anfragen.



